Klaviyo T-Online Hohe Bounce Rates

Klaviyo & T-Online: E-Mails kommen nicht an, hohe Bounce Rates | Problemlösung

Du nutzt Klaviyo und erreichst Kunden mit T-Online E-Mailadressen nicht mehr? Deine Bounce Rates bei @t-online.de E-Mails sind deutlich gestiegen? 

Dann bist du leider von einem bekannten Problem von betroffen. 

Es gibt zahlreiche Berichte von deutschen Klaviyo Nutzern, die beschreiben, dass die Zustellbarkeit bei T-Online Adressen im Keller ist.

Klaviyo Nutzer berichten von Problemen bei T-Online 1
Klaviyo Nutzer berichten von Problemen bei T-Online 2
Klaviyo Nutzer berichten von Problemen bei T-Online 3
Bilder: Berichte von Klaviyo Nutzern zu T-Online, Quelle: Facebook

Das Problem lässt sich nur durch eine dedizierte IP Adresse lösen, die für die allermeisten Shops allerdings zu teuer ist. 

Alternativ haben wir Workarounds erarbeitet, die zumindest die Auswirkungen mindern:

  • T-Online Adressen ausschließen, um Bounce Rates zu senken
  • T-Online Adressen in einem separaten Tool auslagern und versenden

Wenn T-Online einen sehr großen Teil deiner Empfänger ausmacht, bleibt dir im schlechtesten Fall nur der Wechsel des E-Mail Marketing Tools. 

Die Details zur Ursache für die schlechte Deliverability von Klaviyo bei T-Online Adressen und mögliche Lösungsansätze erkläre ich dir in diesem Beitrag. 

Wieso kommt es zu den schlechten Zustellraten bei T-Online?

Wenn ein Mailboxprovider wie T-Online oder GMX vermehrt Spam E-Mails an seine Nutzer feststellt, dann stuft dieser die Reputation der sendenden Server bzw. IP-Adressen herab. Das geht soweit, dass man irgendwann sogar in eine Sperrung laufen kann. 

Es ist leider davon auszugehen, dass Klaviyo in der Vergangenheit die Listenhygiene seiner Nutzer teilweise vernachlässigt hat, sodass auch viele E-Mails ohne Einwilligung des Empfängers (ohne Double Opt-In) an @t-online.de Adressen versendet worden sind.

Es gibt also einige schwarze Schafe, die über Klaviyo Spam bzw. E-Mails ohne Einwilligung an T-Online Adressen gesendet haben. Das hat zur Sperrung dieser IP-Adressen von Klaviyo geführt. 

Das Problem dabei ist, dass auf diesen IP-Adressbereichen (Ranges) eben auch die Kunden liegen, die sich an die Vorgaben der DSGVO halten, also vorher eine Einwilligung über ein Double Opt-In einholen. 

Ich gehe davon aus, dass deshalb folgende Umstände zu den hohen Bounce Rates geführt haben:

  • Kunden mit Double Opt-In Nutzung liegen auf der selben IP-Range, wie Nutzer ohne Einwilligungserklärung (Double Opt-In). Bei Sperrung der IPs leiden eben auch die, die eigentlich alles richtig machen.
  • Warnungen seitens T-Online zu Spam Mailings wurden nicht ausreichend berücksichtigt bzw. bearbeitet. Man spricht auch von Feedback Loops, also Rückmeldungen zu Spam Aktivitäten.
  • Klaviyo ist keiner Anti-Spam Organisation zugehörig, wie bspw. CSA Certified Senders Alliance.

Gestützt werden diese Annahmen auch von einer offiziellen Aussage der T-Online Postmaster:

So lange Ihr Dienstleister Ihre E-Mails über Hosts versendet, die auch Mailings für Versender verarbeiten die der DSGVO nicht genügen (kein Double Opt-In) und sich so an Spam aus Subscription-Bombings an unsere Kunden mit bis zu rund 150.000 Nachrichten an einzelne User pro Tag beteiligen, sehen wir keine Option. (Letztlich werden bei Sperrungen keine Daten übertragen, so dass auch keine Absender-Domain übertragen wird die man whitelisten könnte…). Wir haben Ihren Dienstleister bereits vor Jahren darauf hingewiesen zumindest solche Kunden, die der DSGVO entsprechen, in einen eigenen IP-Pool abzugrenzen, um Kollateralschäden zu vermeiden, aber auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu achten scheint wohl zu viel Arbeit zu sein. Dienstleister die sich diese Arbeit machen finden Sie bspw. in einer Übersicht der CSA.

Quelle: Facebook Gruppe Shopify Deutschland, Österreich, Schweiz

Was kannst du tun um das Problem zu lösen?

Inzwischen hat auch Klaviyo das Problem erkannt und auf einer Hilfeseite mögliche Lösungen zusammengefasst:

  • Nutze eine dedizierte IP Adresse und halte die Reputation durch ein hohes Sendevolumen hoch
  • Aktiviere Double Opt-In für deine Listen
  • Nutze deine eigene Domain als Absenderdomain und prüfe deine DMARC Einstellungen (SPF, DKIM, DNS) → Anleitung

Die Vorschläge haben wir bei Rockflow mehrfach umgesetzt bzw. geprüft. Hier unsere Bewertung dazu:

  • Dedizierte IP Adresse: Lohnt sich nur für sehr große Shops, da die Anforderungen für eine dedizierte IP hoch sind und du die IP Reputation durch hohe Sendevolumen “warm” halten musst. Man benötigt nach unseren Erfahrungen mindestens 50.000 – 100.000 E-Mails pro Monat für diesen Lösungsansatz. Anforderungen für eine dedizierte IP-Adresse.
  • Double Opt-In Verfahren: Solltest du sowieso bereits aktiviert haben, wenn du in Deutschland und er EU verkaufst.
  • Eigene Sender Domain: Empfehle ich dir, allerdings wird dies die Zustellbarkeit bei T-Online auch nicht erhöhen, da T-Online die IP-Adressen und nicht die Domains blockiert.

Leider ist auch die Nutzung eines SMTP Mail Relays aktuell nicht möglich. Dieses Relay fungiert wie ein Proxy und tauscht die “blockierte” Klaviyo IP-Adresse durch eine möglichst “saubere” IP-Adresse. 

Klaviyo SMTP Mailrelay nicht verfügbar
Bild: Klaviyo Support zu SMTP Mail Relay

Anforderungen dedizierte IP-Adresse

Um nicht auf einer Shared IP, sondern einer Dedicated IP (dedizierte IP) zu liegen, müssen folgende Anforderungen bei Klaviyo erfüllt werden:

  • Mindestens einen Klaviyo Plan mit $1.500 pro Monat 
  • Mindestens 3 Monate auf diesem Plan
  • Anforderungen an dein Sendeverhalten:
    • Öffnungsraten / Open Rates von 30 % oder mehr für die erste Kampagne
    • Öffnungsraten / Open Rates von 20% oder mehr für nachfolgende Kampagnen im ersten Monat
    • Öffnungsraten / Open Rates von mindestens 10 % nach Abschluss der Einführungsphase (in der Regel 30 Tage)
    • Für alle Kampagnen – weniger als 1 % Bounce-Rate, weniger als 0,5 % Abmelderate (Unsubscribe), weniger als 0,3 % als Spam markiert
Anforderungen für eine dedizierte IP Adresse bei Klaviyo
Bild: Klaviyo Support zu den Anforderungen für eine dedizierte IP Adresse

Es bleiben aus meiner Sicht aktuell neben der dedizierten IP-Adresse (teuer) nur drei Alternativen:

  • Workaround 1: T-Online Adressen vom Versand ausschließen
  • Workaround 2: T-Online Adressen auslagern und in einem separaten Tool bearbeiten
  • Worst Case: E-Mail Marketing Tool wechseln (Meinung hierzu siehe unten)

Workaround 2 benötigt auch Workaround 1.

Workarounds für Klaviyo und T-Online

T-Online gehört mit ca. 8 Prozent Marktanteil (Quelle: Statista) zu den größten und beliebtesten E-Mailanbietern in Deutschland.

Mangels Alternativen können wir die Adressen von T-Online lediglich ausschließen, um unsere Bounce Rates zu bereinigen. 

Das bedeutet aber auch, dass du T-Online Adressen nicht mehr über dein Klaviyo Marketing ansprichst. Wie du diese E-Mails trotzdem noch anschreiben kannst, lernst du in Workaround 2.

Ob du damit leben kannst, musst du letztendlich selber entscheiden. Ein Entscheidungsfaktor kann dabei der prozentuale Anteil von T-Online Adressen sein.

Anteil T-Online Adressen in deiner Liste

Wie hoch der Anteil von @t-online.de Adressen in deinem Klaviyo Account sind kannst du so herausfinden:

  • Wechsel in den Bereich “Lists & Segments”
  • Create Segment 
  • Name: z.B. T-Online
  • Condition: Properties about someone
  • Email contains @t-online.de   
  • Create Segment
T-Online Segment in Klaviyo
Bild: T-Online Segment in Klaviyo

Anschließend kannst du die Anzahl der aktuellen T-Online Adressen sehen.

Anzahl T-Online Kontakte in Klaviyo
Bild: Anzahl T-Online Kontakte

Unter Profiles kannst du jetzt noch die Anzahl aller Kontakte sehen.

Anzahl aller Kontakte in Klaviyo
Bild: Anzahl aller Kontakte

Um den prozentualen Anteil zu berechnen hilft folgende Formel:

Prozentsatz T-Online = (T-Online Adressen / Active Profiles) x 100 

Ansonsten hilft dir auch ein einfacher Prozentrechner

In unserem Beispiel:

24 / 279 = 0,086 * 100 = 8,6 %

8,6 % der E-Mailadressen sind in unserem Beispiel von T-Online.

Abhängig von deinen Produkten und deiner Zielgruppe kann der Anteil deutlich variieren. 

Workaround 1: T-Online E-Mail Adressen ausschließen

Wenn du T-Online Adressen herausfiltern möchtest, kannst du hierfür das unter “Anteil T-Online Adressen in deiner Liste” beschriebene Segment nutzen.

Du solltest die @t-online.de Adressen dann sowohl in deinen Klaviyo Campaigns, wie auch Flows ausschließen. 

Wenn du Kunden Rabatte anbietest, zum Beispiel für ein Newsletter Abo oder die erste Bestellung, dann erhalten in diesem Fall T-Online Adressen natürlich auch keine E-Mail mit einem Rabattcode aus Klaviyo. Das kann zur Verärgerung führen. Möglicher Lösungsansatz: Gebe den Rabattcode bereits auf der “Success” Page an oder schaue dir Workaround 2 an. 

Workaround 2: T-Online Adressen auslagern und separat anschreiben

Der Workaround 2 ist eine Erweiterung von Workaround 1. Der Workaround 1 ist dementsprechend zwingend umzusetzen.

Wenn du E-Mails von T-Online, wie im Workaround 1 beschrieben, ausschließt, geht dir natürlich auch Geschäft verloren. Abhängig vom Anteil deiner T-Online Adressen kann dies richtig wehtun.

Du hast die Möglichkeit, die T-Online Adressen in einem separaten E-Mail Tool neben Klaviyo zu bearbeiten. 

Welches du dafür einsetzt, bleibt letztendlich dir überlassen. Ich empfehle aber einfachheitshalber eine Kombination aus Klaviyo und Shopify Email & Flow.

Das Zielbild sieht dann so aus:

Klaviyo und T-Online Adressen getrennt dargestellt

Um dies zu erreichen gibt es verschiedene Ansätze:

  • Du verwendest ein Pop-Up / Form, welches die Subscriber in Shopify als Kunden hinzufügt. Klaviyo synchronisiert diese dann. Aufgrund Workaround 1 werden die @t-online.de Adressen in Klaviyo herausgefiltert. 
  • Du nutzt ein Pop-Up / Form, welches direkt in verschiedene E-Mail Tools synchronisiert, z.B. Pop-Up Window, OptiMonk
  • Du nutzt weiterhin die Forms & Pop-Ups von Klaviyo und verwendest Zapier um die T-Online Adressen in ein anderes Tool wie Shopify Email zu schicken.

Vorteil: Du kannst weiterhin T-Online Adressen in deinem Marketing verwenden und gleichzeitig für alle anderen E-Mails die Vorzüge von Klaviyo weiternutzen.

Nachteil: Flows und Kampagnen musst du nun in mehreren System pflegen. Beispielsweise Kampagnen in Klaviyo und in Shopify Email. Automationen / Flows lassen sich wiedeurm nicht in Shopify Email erstellen, hier musst du also auf Shopify Flow oder ein ganz anderes Tool zurückgreifen.

Mein Tipp: Wenn du T-Online Adressen in einem separaten Tool bearbeiten möchtest, konzentriere dich zunächst auf deine erfolgreichsten Kampagnen und Flows. Der Pflegeaufwand für mehrere Tools kann erheblich größer sein.

Warnung bzw. Tipp: Transaktionsmails direkt über Shopify

Noch ein Hinweis zu systemnahen E-Mails, sogenannten Transaktionsmails / transaktionalen E-Mails wie beispielsweise:

  • Bestellbestätigung
  • Bestellung storniert
  • Versandbestätigung
  • Erstattung

Diese Mails solltest du immer über Shopify und nicht über Klaviyo oder ein anderes Tool versenden. Damit ist auch sichergestellt, dass T-Online Kunden diese essentiellen Mails erhalten. Standardmäßig werden diese Mails über Shopify versendet. 

Zusammenfassung

Leider sind die von Klaviyo vorgeschlagenen Lösungswege für die wenigsten Shops wirklich praktikabel. Vielversprechend ist dabei nur die dedizierte IP- Adresse, die für viele zu teuer ist bzw. zu hohe Sendevolumen benötigt. 

Bleibt lediglich die Auswirkungen über den Ausschluss der T-Online Adressen zu minimieren oder ein separates Tool für den Versand an @t-online.de zu nutzen.

Klaviyo hat bereits angekündigt sich unter anderem der deutschen Anti-Spam Organisation CSA anschließen zu wollen. Für viele ein Hoffnungsschimmer, dass man mit strengeren Anforderungen auch dieses Thema irgendwann in den Griff bekommt. 

Bis dahin heißt es Geduld bewahren. 

Wenn du einen sehr großen Anteil T-Online Adressen hast, bleibt andernfalls aktuell leider nur sich nach einer Klaviyo Alternative umzusehen.

FAQ

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